Vegan ins neue Jahr | Teil 1 | 5 Tipps zum Start

 
Na, wie sieht´s mit deinen Vorsätzen fürs neue Jahr aus? Bist du noch dran oder hast du sie schon über Bord geworfen? Wenn du dir für 2016 vorgenommen hast, auf tierische Produkte zu verzichten, aber noch nicht so richtig im Flow bist, habe ich etwas für dich! Mit meiner neuen Artikel-Serie "Vegan ins neue Jahr" möchte ich gern helfen! In mehreren Teilen werde ich dir das Wichtigste zum Start an die Hand geben und die Tipps, Basics und Alternativen erklären, die ein veganes Leben einfacher gestalten als du denkst. Heute geht es los mit 5 grundsätzlichen Schritten für den Anfang! Let's go vegan :-)

Auch wenn du es dir momentan vielleicht noch nicht vorstellen kannst - vegan zu essen ist einfacher als du denkst. Ich habe meine Ernährung im Oktober 2013 umgestellt und war überrascht, wie wenig Probleme mir das Ganze eigentlich bereitet hat. Und dabei habe ich vorher absoluten Shit gegessen, weit entfernt von gesund und vollwertig. Mit der Zeit wurde es außerdem immer leichter, weil die Ernährungsform selbstverständlich wurde, man die Lieblings-Produkte inzwischen kannte und weil immer mehr neue vegane Alternativen auf den Markt kommen, die sogar besser schmecken als das "Original".
 
Natürlich bin ich nicht das Maß aller Dinge. Ich habe auch schon von Leuten gehört, denen die Ernährungsumstellung sehr schwer gefallen ist. Ich möchte euch aber die Angst nehmen und euch vor allem dazu motivieren, es einfach mal auszuprobieren und den ersten Schritt zu wagen. Die ersten paar Tage sind sehr ungewohnt, das gebe ich zu. Vor allem das Einkaufen dauert länger als sonst, da man auch wirklich sicher gehen will, dass alle Produkte frei von tierischen Bestandteilen sind. Nach dieser Phase wirst du allerdings merken, dass alles nur Gewohnheitssache ist und wirst überrascht sein, wie gut es dir schon nach wenigen Tagen geht.
 
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Mit diesen 5 Schritten gelingt dir der Anfang:

 
  1. Mach dir bewusst, wieso du deine Ernährung umstellen willst & informiere dich!
 
Wieso machst du dir Gedanken über deine Ernährung? Geht es dir momentan nicht gut? Ernährst du dich ungesund? Denkst du, du lebst nicht nachhaltig genug? Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn Fleisch auf deinem Teller landet? Willst du fitter werden? Das alles können Gründe sein, die dich (manchmal sogar nur un- bzw. unterbewusst) zur gesunden veganen Ernährung führen. Finde für dich heraus, was deine Hauptmotivation ist und mach dir bewusst, was sich positiv verändern kann, wenn du es einfach mal ausprobierst und durchziehst ;-)
 
Der zweite Schritt besteht dann darin, dich über diese Ernährungsweise zu informieren. Wie bei jedem von uns kommt am Anfang sicher die Frage auf, was man denn überhaupt noch essen kann. Ich kann dir sagen: Dir wird so eine unglaubliche Vielfalt geboten und du wirst so überrascht sein, was man mit rein pflanzlichen Zutaten alles zaubern kann! Wenn du dich über die gesamten Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klima, Umwelt, Tierleid und unserem Konsumverhalten informieren willst, kann ich dir folgende Seiten und Filme empfehlen:
 
- PETA und PETA2
- VEBU
 
 
 
 
2. Schritt für Schritt oder von 0 auf 100?
 
Wenn der Entschluss erstmal gefasst ist, stellt sich die Frage: Wie soll ich es machen? Ich hatte zur damaligen Zeit eine "Ganz-oder-Gar nicht"-Einstellung und habe deshalb meine Ernährung von einem Tag auf den anderen komplett umgestellt. Wenn auch ziemlich wünschenswert, ist das nicht unbedingt für jeden machbar und auch nicht zwingend notwendig. Am einfachsten ist es wahrscheinlich, zuerst für eine Weile das Fleisch und den Fisch wegzulassen, dann die Milchprodukte und somit nach und nach alles andere mit tierischen Zutaten. Lasst euch nicht einreden, dass ihr von Anfang an ein "perfekter Veganer" sein müsst - jeder Schritt zählt!
 
Sehr hilfreich sind Vegan Starter-Programme, wie zum Beispiel die kostenlose 30-Tage-Anleitung von PETA. Mit diesem Programm bekommt ihr jeden Tag eine Mail mit wertvollen Infos und Rezepten. Mir haben die Vegan For Fit und Vegan For Youth Challenges von Attila Hildmann damals den Einstieg ermöglicht und mein Leben komplett verändert. Wenn ihr das Ganze als echte Herausforderung für (vorerst) 30 Tage angehen wollt, kann ich euch einen Tipp gehen: kauft euch das Buch, geht in die Vegan For Fit Facebook-Gruppe und lasst euch von diesem Spirit anstecken!
 
 
 
3. Nicht vegane Lebensmittel verschenken & gute Alternativen finden
 
Wenn ihr noch alte Vorräte Zuhause habt, die ihr nicht mehr aufbrauchen wollt, könnt ihr sie ganz einfach verschenken oder an die Tafel und Foodsharing-Organisationen abgeben. Schmeißt sie auf keinen Fall einfach in den Müll, denn damit ist niemandem geholfen. Wir haben unsere restlichen Sachen damals an Verwandte und Bekannte verschenkt und hatten somit alle unveganen Produkte aus dem Haus, was bei der Umsetzung des guten Vorsatzes ungemein helfen kann ;-).
 
Danach geht´s ans Alternativen finden! Ich würde behaupten, dass das in Deutschland überhaupt kein Problem mehr ist. Selbst Discounter wie Aldi oder Penny sind mittlerweile mega gut ausgestattet und bieten dir neben Soja-Milch und -Joghurt jede Menge Fleischersatz, veganen Käse und manchmal sogar Superfoods wie Chiasamen. Es gibt inzwischen für alles - egal ob für Nutella, Cordon Bleu oder Rührei - eine vegane Alternative. Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte (also die Basis der gesunden veganen Ernährung) gibt´s sowieso überall - die Ausrede zählt also nicht!
 
Man muss dazu sagen, dass viele Fertigprodukte wie Aufschnitt, Sojahack und Co. nicht gerade ein Gesundheitsbooster sind, dennoch eignen sie sich für die Umstellung sehr gut, da sie teilweise geschmacklich absolut nicht mehr vom Original zu unterscheiden sind. Und wenn du als Neuveganer mal richtig große Augen bekommen willst, besuch einfach mal einen Veganz Laden in deiner Nähe ;-).
 
 
 
 4. Viel ausprobieren und kochen!

Du kennst dich noch nicht so gut mit veganen Lebensmitteln aus? Kein Problem, das lernst du ziemlich schnell! Es erwartet dich eine unglaubliche Palette an neuen Produkten, von denen du früher gar nicht wusstest, dass es sie gibt. Ich habe früher nie Süßkartoffeln, Granatäpfel, Quinoa, Amaranth oder Chiasamen gegessen - ziemlich traurig, denn das Zeug ist so verdammt lecker :-) ! Mein Tipp für dich: Teste dich einfach durch die neuen Lebensmittel und kombiniere nach deinem Geschmack. Wenn mal etwas dabei ist, was dir überhaupt nicht schmeckt (ich erinnere mich nur an unseren allerersten "Tofu-Kräuter-Quark" aka salzige Pampe mit Schnittlauch), gib nicht auf und probiere dafür andere Sachen aus. Genau so würdest du es bei der omnivoren Ernährung schließlich auch machen.
 
Falls du lieber nach Anleitung und relativ gelingsicher kochen willst, kann ich dir die vielen Food Blogs und Rezepte-Suchmaschinen im Internet empfehlen. Hier findest du zum Beispiel kostenlose Rezepte:
 

 
 Außerdem findest du hier eine große Übersicht (die von mir unbedingt mal wieder aktualisiert werden sollte ;-)) mit interessanten veganen Kochbüchern.
 
 

    5. Such dir Gleichgesinnte!
     
    Was gibt es bitte Cooleres, als liebe Menschen, die dich unterstützen, dich motivieren und das Ganze gemeinsam mit dir durchziehen? Egal ob die gesamte Family, der Partner oder Freunde - zu zweit oder mit mehreren Personen macht nicht nur das Kochen mehr Spaß, sondern auch das Essen. Wenn du niemanden aus deinem näheren Umfeld findest, der sich für diese Idee begeistern kann, gibt's auch noch die sozialen Netzwerke. Ohne Witz - nahezu alle veganen Menschen in meinem Freundeskreis habe ich bei Facebook, Youtube, Instagram und Co. kennengelernt und möchte sie in meinem Leben einfach nicht mehr missen. Bei Facebook zum Beispiel gibt es gefühlte 500 vegane Gruppen, darunter auch regionale Gruppen alla "Lüneburg is(s)t vegan" oder "Hamburg vegan". Dort wird euch garantiert sehr gut geholfen.
     
    Ganz abgesehen vom kulinarischen Aspekt könnt ihr so nämlich auch Leute finden, die mit euch auf einer Wellenlänge schwimmen. Leute, die sich ebenfalls Gedanken über ihre Gesundheit machen. Leute, die sich ebenfalls Gedanken über die Zukunft der Erde machen. Leute, die dich nicht schief angucken, wenn du im Sommer deine Tofu-Bratwurst auf den Grill packst. Community empowers!
     

     
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    Welche Tipps habt ihr für den Start? Was ist euch besonders schwer gefallen?

     

    Eure Juliane
 
 

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