Veganer Brunch, Burger und leckere Cocktails - Meine kulinarische Reise nach Berlin


Ich liebe Berlin! Am letzten Freitag war es mal wieder so weit - wir haben uns auf die Reise gemacht, um das Wochenende in der wahrscheinlich coolsten Stadt Deutschlands zu verbringen. Gerade für Veganer ist das dicke B ja ein echtes Paradies und das mussten wir auf jeden Fall ausnutzen. Auch wenn dafür zwei Tage natürlich nicht ausgereicht haben, hat es sich absolut gelohnt, nicht nur kulinarisch! Hier sind unsere Geheimtipps für Veganer in Berlin.

Ich habe mich schon lange auf diese Wochenendreise gefreut, denn Berlin ist für mich total inspirierend, frisch, modern und dynamisch. Für viele Berliner Pflanzenfresser sind die folgenden Locations wahrscheinlich schon lange kein Geheimnis mehr, aber allen anderen kann ich nur raten: Schaut dort vorbei, wenn ihr in der Hauptstadt seid!
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VIASKO - VEGAN RESTAURANT

 

Gleich als erstes ein Tipp: Ihr solltet hier auf jeden Fall reservieren! Im letzten Jahr waren wir schon mal am Wochenende in Berlin und wollten dort spontan essen - keine Chance, denn es war Freitag & Samstag komplett ausgebucht. Diesmal waren wir so schlau und haben für Freitag Abend reserviert. Das Viasko liegt in Kreuzberg, gerade mal 3-5 Minuten von der U-Bahn Station Kottbusser Tor entfernt. Vor dem Eingang gefiel mir der Aufkleber "Kein Zutritt für Pelzträger - es sei denn ihr habt mehr als zwei Beine und seid so geboren" besonders gut ;-). Das Restaurant ist 100 % vegan und super gemütlich. Die Bedienung war freundlich und die Auswahl auf der Karte sehr gut, wenn auch nicht besonders groß. Für Vorspeise, Hauptspeise + Desserts gab es jeweils eine Seite, was auch völlig ausgereicht hat.

Bei uns gab es:
  • Vorspeise: Bruschetta mit Spargel und Salat & Jalapeno "Käse"-Sticks mit gefüllten Spitzpaprika
  • Hauptspeise: Gyros-Teller (Soja-Gyros, Fladenbrot mit Kräuter"butter", Zaziki, Hummus + Oliven) & Flammkuchen mit Thymian, Räuchertofu und Zwiebeln

Ein Dessert gab es nicht - es hat einfach nichts mehr reingepasst :-D. Dafür 2-3 leckere Cocktails, die ebenfalls auf der Karte standen. Ein Besuch lohnt sich also, denn es war super lecker und auch preislich absolut normal und in Ordnung. Also hingehen, Freunde! :-)

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KOPPS BAR & RESTAURANT

 

Am nächsten Tag ging das Gefutter gleich weiter, denn wir hatten einen Tisch zum Brunch im Kopps am Koppenplatz in Mitte bestellt. Wenn ihr dort hin wollt, solltet ihr ebenfalls reservieren, denn auch dort hat es sich nach und nach gefüllt, sodass kaum noch ein Platz frei war. Kein Wunder, bei dem geilen Essen! Es war sowohl für süße Naschkatzen als auch für herzhafte Frühstücker wie mich etwas dabei. Besonders lecker waren der Nudelsalat, die Pilzsauce und der Gemüseauflauf. Außerdem gab es Brötchen, Wurst, Käse, verschiedene Salate, Reis, Rührtofu, Schokoladenmousse, Kuchen, Pfannkuchen mit heißen Kirschen und vieles mehr - ebenfalls alles 100 % vegan.


Für den Brunch samstags müsst ihr 12,50 € bezahlen und könnt von 9.30 - 16 Uhr dort essen. Das Ambiente ist etwas gehoben und das Statement des Restaurants ganz klar:
"Dass wir hierbei ohne Fleisch den Gaumen kitzeln und den Kopf frei blasen: wen stört es. Es zählt das, was auf der Zunge passiert – sonst nichts. Wir sind keine Freiheitskämpfer, auch wenn uns Tierrechte wichtig sind und unser Chef eine klare Haltung zur Fleischindustrie hat. Was zählt, sind Frische und Gesundheit, Kräuter, Gemüse und Zutaten, die uns einfach gut tun. Wir wollen inspirieren, das Auge und den Mund, alle Sensoren des Körpers zum Klingen bringen."
Der Brunch war auf jeden Fall eins meiner besten veganen Frühstücke bisher, absolut zu empfehlen!

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YOYO FOODWORLD BISTRO

 

Vom Ambiente her nichts besonderes, dafür aber umso leckerer und besonders cool, wenn´s mal schnell gehen soll - das yoyo Foodworld Bistro am Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain. Hier bekommt ihr besonders leckere und zum Teil außergewöhnliche vegane Burger - zum Beispiel mit Seitan, Sojakäse, Tofu, Blumenkohl, Ananas und vieles mehr. Außerdem gibt's Pizzen, Wraps, Snacks, Salate, klassische Menüs und natürlich auch eine große Auswahl an Getränken. Das Bistro hat uns echt überrascht.
 
Bei uns gab es:
  • Fried s Chicken Cheese Burger
  • Seitan Burger
  • Homemade Burger
Wenn ihr auch mal veganes Fast Food mögt, ist das yoyo Foodworld Bistro perfekt für euch - super lecker!

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CHAOSTHEORIE COCKTAILBAR

 

Eine besondere Überraschung war für uns die vegane Cocktailbar namens Chaostheorie. Bis vor kurzem wusste ich nicht mal, dass es sowas gibt, doch im Stadtviertel Prenzlauer Berg könnt ihr in schönem Ambiente leckere vegane Cocktails trinken und Snacks genießen. Der Name ist ja schon ziemlich cool, aber die Location noch viel besser.

Die Bar ist klein, gemütlich und liebevoll eingerichtet, sodass man sich sofort wohlfühlt. Die Cocktailkarte ist ziemlich groß und es gibt sowohl Klassiker (wie Pina Colada mit veganer Sahne) als auch außergewöhnliche Drinks (Matcha-Mango-Cocktail) - da sollte für jeden das Richtige dabei sein. Dazu gab es gefüllte Croissants mit "Käse + Salami" und überbackene Nachos. Die Leute dort waren echt super drauf und wir hatten einen schönen Abend. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, es lohnt sich!

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Natürlich haben wir nicht nur gegessen, wir waren auch am Alex, shoppen, sind spazieren gegangen, haben die Sonne genossen und am Samstag die Blue Man Group-Show besucht, die übrigens auch sehr empfehlenswert ist. Die macht richtig gute Laune! Das Wochenende war sehr schön und wir haben uns vorgenommen, das jetzt öfter zu machen, denn es gibt noch jede Menge zu entdecken :-).

Wenn ihr auch mal nach Berlin und vegan essen wollt, empfehle ich euch die App "Berlin Vegan Guide" und die Homepage Berlin-Vegan.de - da findet ihr garantiert noch mehr Tipps. Ansonsten fragt einfach mal ein paar Leute in einer Location, denn so finden sich bestimmt noch mehr Geheimtipps.

Hier noch einige Tipps für euch (beim Klick auf die Namen gelangt ihr zur Homepage). Die Liste wird gern erweitert, also her mit den Vorschlägen ;-)



  • Pizzeria & Spaghetteria Sfizy Veg
  • Restaurant Vaust (was für ein leckerer Schokokuchen!)
  • Indisches Restaurant Satyam
  • Burger Bistro Yellow Sunshine (hammer leckere Burger) 
  • Restaurant La Mano Verde
  • Restaurant Mio Matto
  • Vietnamesisches Restaurant Waterlily
  • Bistro Laauma
  • Cafe Morgenrot
  • Vietnamesisch/Thailändisches Restaurant Samadhi
  • Restaurant/Bistro Vöner (sehr lecker und große Auswahl)
  • Bistro Ökotussi
  • VEGANZ  
  • Fast Rabbit Fast Food Restaurant


  • Stay tuned and vegan,

    Juliane

    Kommentare

    1. Auf jeden Fall sollte das Sfizy Veg nicht fehlen. Vegane Pizza und Co. in Neukölln.

      https://www.facebook.com/sfizy.veg

      Gruß Matthias

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    2. Auch sehr gut ist das "Yellow Sunshine" in der Wiener Strasse in Kreuzberg. (http://www.yellow-sunshine.com/)
      Super leckere Burger und selbst gemachte Pommes.

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    3. Danke euch beiden, hab ich noch ergänzt. Im Yellow Sunshine waren wir beim letzten Mal auch, die Burger sind hammer! Ins Sfizy Veg gehts dann nächstes Mal ;-)

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    4. hier gibts auch tolles veganes fastfood https://www.facebook.com/fastrabbitfood

      zum aufkleber "Kein Zutritt für Pelzträger - es sei denn ihr habt mehr als zwei Beine und seid so geboren"
      Es ist ja common sense pelz doof zu finden. ich meine, wer außer ein paar omis oder hipstern mit omis pelz trägt schon pelz. ein "Kein Zutritt für Lederträger.." würde doch viel mehr leute treffen bzw. zum nachdenken anregen.

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    5. Fast Rabbit ist auch ergänzt!

      Mit dem Leder hast du auf jeden Fall Recht, vielleicht sollte man das in den Locations mal anregen ;-)

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    6. Wenn man Lederträger draußen halten möchte, schneidet man sich als Restaurantunternehmer vermutlich gewaltig ins eigene Fleisch. Einerseits outet man sich als veganer Hardliner. Die sind aber, außer bei anderen Hardcoreveganern, in etwa so beliebt wie Fußpilz, weil man sie oft als Spinner oder - ich zitiere - "Ernährungsnazis" wahrnimmt. Und andererseits verliert man bei so einer radikalen Einschränkung einfach viel zu viele Kunden an die Konkurrenz. Schau dich beim nächsten Stadtbummel mal um, wie viele Leute Lederschuhe tragen. Viele der Yuppies und Banker, bei denen solche Schuhe quasi zur Arbeitskleidung gehören, fallen damit schon durchs Raster. Ledergürtel anyone? Dieser Kunde bleibt ebenfalls draußen. Geldbeutel oder Handtasche aus Leder? Zack... durchgefallen. Und sogar die Lederbändchen am Handgelenk oder am Hals von modevegetarischen Schülern und Schülerinnen sind ein K.O.-Kriterium.

      Wenn man viel Glück hat und in einer großen Stadt lebt, bleibt einem als lederverachtender Gastwirt eine klitzekleine Stammkundschaft, die zusammen mit einigen "Ich will dort essen, weil es mir nicht vegan genug sein kann"-Durchreisegästen gerade mal so eben den Laden über Wasser hält. Aber die Letzteren kommen wahrscheinlich nur einmal und ziehen dann weiter zum nächsten Trendschuppen, und die Ersteren sind vermutlich nicht zahlreich genug, um ein solches Lokal auf die Dauer zu tragen.

      Meine Meinung dazu.

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    7. Hey Eisenbahnfan,

      ich verstehe das Problem, das könnte tatsächlich einige Menschen abschrecken. Das müssen die jeweiligen Restaurants selbst entscheiden, ob sie damit das Risiko eingehen, so einige Gäste zu verlieren.

      Aber by the way - findest du tatsächlich, dass Veganer, die kein Leder tragen, gleich Hardliner sind? Meiner Erfahrung nach ist dies, nach Umstellung der Ernährung, so ziemlich der nächste Schritt zum "Vegan sein" und gar nicht mehr so selten geschweige denn "Hardcore".

      Liebe Grüße, Juliane

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    8. Hallo Juliane.

      Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er nun gern Leder trägt oder nicht. Ich mag zum Beispiel keine Rollkragenpullis und besitze selbst auch keinen. Deshalb bezeichne ich mich trotzdem nicht als Pulliphobiker. Es ist ja meine eigene Entscheidung, diese Kleidung nicht zu tragen. Ich bekomme in der kalten Jahreszeit auch immer wieder Besuch von Freunden, die Rollkragenpullover tragen. Sollte ich die deshalb wieder rausschmeißen?
      Eigentlich könnte ich es, denn ich bin ja de facto auf den Besuch meiner Freunde finanziell nicht angewiesen. Wenn ich aber als Gastwirt den Umsatz brauche und auf diese Weise einen Großteil meiner Kundschaft diskriminiere (und der Ausschluss eines bestimmten Kunden aufgrund seiner Kleidung _ist_ Diskriminierung), dann hat das meiner Ansicht nach schon eine ganz andere Dimension. Da rutscht man ganz rasch in der öffentlichen Meinung in Richtung Judensternpolitik und Faschismus-Vergleich ab. Wenn man sich das als veganer Gastwirt leisten kann... bitte, jeder ist seines Glückes Schmied. Aber nicht jeder Schmied hat auch Glück. ;-)
      Übrigens: Wenn Lederträger im veganen Gastgewerbe unerwünscht sind, dann sollte man auch gleich noch Anti-Seidenblusenaufkleber drucken. Denn die sich verpuppenden Seidenraupen geben ja ihren Kokon sicher nicht freiwillig her. Das Tragen von Wolle ist ein Grenzfall. Manche Leute sind der Ansicht, das Scheren von Schafen sei aus veganer Sicht zu tolerieren, andere halten schon die Schafhaltung allein für Tierquälerei. Den millionenfachen Tiertod bei der Schädlingsbekämpfung in Baumwollplantagen lassen wir mal außen vor, und über die Abfallstoffe und Nebenprodukte der Kunststoffherstellung für Polyester- und Acrylkleidung reden wir besser gar nicht erst. Was kann man denn dann überhaupt noch tragen?

      Der größte Teil der Menschheit lebt nun einmal nicht vegan. Genau genommen tut das wohl niemand, denn allein der Umstand, dass wir uns elektronischer Medien bedienen und das in Elektrogeräten verwendete Kupfer mit Hilfe von tierischem Knochenleim gewonnen wird, kennzeichnet uns und so gut wie jeden anderen Bewohner der Industrienationenwohlstandsgesellschaft schon als Profiteure der Tierqual. Dieser Umstand ist seit Jahren bekannt. Warum verwenden also so viele Veganer trotzdem noch PCs, Smartphones, Wäschetrockner, Fernseher und Geschirrspüler? Vor allem, wenn sie sich gleichzeitig über die Oma mit ihrem Fuchspelz am Hals oder den James-Dean-Lookalike mit seiner Lederjacke echauffieren? Nur deshalb, weil sie das tote Tier hinter dem Kupfer im Laptop nicht sehen können? Oder weil sie den tote Fisch im Abwasser des Chemiekonzerns geistig nicht mit ihrer Regenjacke in Verbindung bringen? Oder weil das Tierblut, das am Baumwollshirt klebt, nicht so offensichtlich ist wie bei der Lederausstattung von Attila Hildmanns erstem Porsche?

      Theoretisch könnte man auf solche Tierleidprodukte wie Computer, Handy, Waschmaschine und so weiter gut verzichten. Aber die wenigsten Veganer tun das. Warum? Weil eine E-Mail so schnell und bequem ist, und weil es mühevoll wäre, einen Brief zu schreiben. Weil die Waschmaschine so schnell und bequem wäscht, und weil man nicht mehr von Hand waschen möchte. Weil man eben gern bequem mit dem Auto zum Supermarkt fährt, wenn das Laufen zu anstrengend oder wegen des Regens zu unangenehm wäre.

      Wenn man mal etwas an der Oberfläche des Veganismus kratzt, kommt man sehr schnell dahinter, dass die meisten Veganer aufgrund persönlicher Vorlieben oder Bequemlichkeiten ebenfalls Tierleid verursachen oder zumindest mittragen. Der Unterschied zwischen dem Alltagsomnivoren und dem Hardcoreveggie ist nur, dass Letzterer mit dem Finger auf den Anderen zeigt und anklagend sagt: "Du verursachst Tierleid!" Und ich kann jeden Pelz-, Leder- oder Seidenträger verstehen, der den Veganer dann angrinst und sagt: "Na und? Du doch auch."

      Liebe Grüße zurück,
      Eisenbahnfan

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    9. Ich finde den Vergleich Leder = Rollkragenpulli schon ziemlich abstrus. Beim Tragen von Leder geht es mir nämlich nicht um ästhetische Aspekte oder irgendwelche Abneigungen/Phobien, sondern darum, dass Leder enormes Tierleid verursacht. Klar, kann das trotzdem jeder selbst entscheiden - genauso wie jeder selbst entscheidet, ob er vegan isst oder nicht. Dennoch haben Restaurantbetreiber nicht nur das Hausrecht, sondern auch ein gutes Recht darauf, bestimmte Personengruppen auszuschließen. In einen guten Club kommst du auch nicht mit Turnschuhen - ist das für dich auch Diskriminierung, nur weil die sich dort für einen bestimmten Personenkreis entschieden haben?

      Ich geb dir Recht, dass Veganer auf keinen Fall 100% tierleidfrei leben können.. das funktioniert aus diversen Gründen, die du schon dargelegt hast, nicht. Dennoch: ist das ein Grund, nicht alles Bestmögliche zu tun? Wieso sollten Veganer alles perfekt machen? Ich wäre wahrscheinlich die erste, die Smartphones ohne tierische Bestandteile kaufen würde, aber wenn noch nicht mal der 1. Schritt getan ist, wie soll dann so etwas voran gehen?

      Der Unterschied zwischen dem Alltagsomnivoren und dem Veggie ist dabei, dass letzterer auf jeden Fall etwas für Tiere und Umwelt tun möchte, im Gegensatz zum Omni. Perfekt sind beide niemals und den Anspruch habe ich auch gar nicht.

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    10. Liebe Juliane, ich erlaube mir eine provokante Frage: Wo beginnt für Dich Diskriminierung und wo hört sie auf? Das Wort Diskriminierung kommt vom lateinischen Wort "discrminare", was "trennen, unterscheiden und abgrenzen" bedeutet.
      Im Duden steht:

      "diskriminieren: 2. (durch unterschiedliche Behandlung) benachteiligen, zurücksetzen;"

      Nach dieser Definition ist es also sehr wohl Diskriminierung, aus einem Club ausgeschlossen zu werden, nur weil man Turnschuhe trägt. Diese Diskriminierung ist zwar gesellschaftlich weitestgehend anerkannt, aber es bleibt Diskriminierung. Ebenso wie es diskriminierend ist, nicht in ein bestimmtes Lokal gehen zu dürfen, weil man einen Ledergürtel trägt. Allerdings vermute ich, dass hier die gesellschaftliche Akzeptanz doch deutlich geringer wäre als im ersten Beispiel.

      Über Deinen letzten Absatz musste ich einerseits ein wenig schmunzeln, andererseits auch die Stirn runzeln. (Reimt sich sogar.) Denn Du pauschalisierst jeden Veggie als tierliebende, ethisch höherstehende Lichtgestalt, während Du den Omnis per se absprichst, etwas für Tiere und Umwelt zu tun.

      Tu mir bitte einen Gefallen und schließ nicht von Dir auf Andere. Du magst durchaus tierlieb sein und Deinen Veganismus mit der Liebe zum Tier begründen. Aber vielen Veggies, die ich während meiner Beschäftigung mit dem Veganismus kennengelernt habe, sind die Tiere faktisch egal. Das Beschweren über das Tierleid ist für diese Menschen nur Mittel zum Zweck, und das Interesse am Veganismus ist rein monetärer Natur. Andere Veggies verhalten sich Tieren gegenüber derart dilettantisch, dass man sie schon (erfolgreich!) wegen Tierquälerei angezeigt hat. Außerdem sitzen manche Facebook-Veganer und Internet-Tierfreunde lediglich vor ihrem Rechner, wettern gegen die bösen Omnis und haben noch nie tatsächlich etwas für ein Tier getan.
      Umgekehrt ist es schon ziemlich seltsam, dass man nur aufgrund seiner Ernährungsweise abgesprochen bekommt, dass man etwas für Tiere und Umwelt tun möchte. Wie viele Veggies kennst Du, die tagelang im Wald herumstiefeln und dort Zivilisationsdreck einsammeln? Wie viele Veggies kennst Du, die in der Natur Hecken anlegen, damit Igel und andere Kleintiere Rückzugsmöglichkeiten haben?

      Viele Veggies haben heutzutage keinen echten Bezug mehr zur Natur. Ein realitätsbezogener Umgang mit dem Tier ist ihnen fremd. Vielmehr wird oftmals stark romantisierenden, vermenschlichenden Vorstellungen nachgehangen, die schon fast an Disney-Filme erinnern.
      Ich erinnere an den Fall auf Hof Butenland, als ein Hühnchen von einem Habicht geholt wurde. Das passiert nun einmal, wenn man Hühner im Freien hält. Da wurden auf Facebook von vielen "Binnen-V-Trägern" Beileidsbekundungen geschickt, und ein paar Leute fragten tatsächlich, wie es denn der Hühnermutter ginge und ob sie um das verschwundene Huhn trauern würde. Diese Übertragung von menschlichen Verhaltensweisen auf Tiere ist leider in Veggiekreisen weitverbreitet. Von einem tatsächlichen und realistischen Bezug zum Tier ist da allerdings weitaus weniger zu spüren, als das oftmals beim "Alltagsomni" der Fall ist.

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