Aktionswoche gegen Milch & 7 leckere Alternativen

Am 1. Juni 2014 ist nicht nur internationaler Kindertag, sondern leider auch "Tag der Milch". Aus diesem Grund haben die Tierrechtsorganisationen Animal Rights Watch, NANDU und die tierbefreier vor kurzem zum dritten Mal zu einer Aktionswoche gegen Milch aufgerufen, in der bundesweit Aufklärungs- Aktionen über das angeblich "so gesunde" Lebensmittel stattfinden sollen. In diesem Jahr möchte ich mich gern daran beteiligen und euch nicht nur mit ein paar Infos versorgen, sondern auch megaleckere Alternativen zeigen. 

 
Ganz zu Anfang an alle Nicht-Veganer: ich möchte hier weder missionieren noch irgendwem vorschreiben, was er zu trinken und zu essen hat. Ich möchte nur gern zeigen, warum die Tiermilch zu Unrecht ein gutes Image hat und wieso man sie lieber vom Speisenplan streichen sollte. Was ihr mit diesen Infos macht, dürft ihr selbstverständlich selbst entscheiden ;-)
 
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"Sag nein zu Milch" - warum eigentlich?

 
DAS LEIDEN DER KÜHE

Zuerst einmal wäre da der ethische Aspekt. Wenn man ganz von vorne anfängt, ist die Milch der Kuh eigentlich für ihre Kälber gedacht. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das bewusst die Muttermilch einer anderen Spezies raubt und trinkt - allein dies ist schon völlig wider der Natur und regt zum Nachdenken an.  In der konventionellen Milchindustrie sind die Folgen für die Kühe jedoch noch verheerender und grausamer. Alles, was in der Intensivtierhaltung der modernen Landwirtschaft zählt, ist die Gewinnmaximierung - also so viel Milch in kürzester Zeit zum günstigen Preis zu produzieren. So lag die jährliche Milchleistung einer Kuh im Jahre 1850 noch bei 1.000 Litern, stieg dann stetig an und lag im Jahr 2010 bei unglaublichen 8.000 Litern, Tendenz steigend.

Dies geschah nicht nur durch eine bestimmte Zuchtauswahl und Kraftfutter, sondern auch dadurch, dass die Kuh permanent trächtig ist. Ab ihrem zweiten Lebensjahr werden die Kühe nämlich jedes Jahr künstlich befruchtet und sind somit fast ununterbrochen schwanger, damit sie dauerhaft Milch geben können - für uns. Die geborenen Kälber werden direkt oder kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und zu neuen Milchkühen herangezüchtet oder für Kalbs- und Rindfleisch genutzt. Videoaufnahmen und Reportagen haben gezeigt, dass dies ein großes Leiden darstellt, denn natürlich will eine Mutter ihr Kind beschützen und seine Nähe genießen. Das ist bei Tieren nicht anders als bei uns Menschen und macht mich jedes Mal ziemlich traurig. Der nachfolgende eindrucksvolle Clip von PETA hat mich ziemlich zum Nachdenken angeregt (er kommt übrigens ohne blutige Bilder aus):
 
 

Die Mehrzahl der über 4 Millionen Milchkühe in Deutschland lebt in sogenannten Laufställen, einige auch in Anbindehaltung. Die Milchkuh auf der Weide ist leider eher die Ausnahme. Der geringe Platz, die Betonspaltenböden und die mit Gülle verschmutzen Ställe sorgen für schlechte Hygienezustände und damit für Krankheiten. Natürlich werden diese Ställe auch gereinigt, aber bei großen Betrieben mit vielen Tieren ist dies kaum rund um die Uhr möglich. Auch die sogenannte Mastitis, eine bakterielle Entzündung der Euterdrüsen, ist durch die Überzüchtung und die ständige Milchabgabe keine Seltenheit. 30 bis 50 Prozent aller Milchkühe in Europa sollen von dieser schmerzhaften Infektion betroffen sein. Behandelbar ist sie nur mit Penicillin oder Antibiotika.
 
DER GESUNDHEITLICHE ASPEKT 

Der Konsum von tierischer Milch ist über das Säuglingsalter hinaus für uns Menschen nicht vorgesehen. Laut dem österreichischen Journal für Ernährungsmedizin können ca. 80 Prozent der Weltbevölkerung keine Milch verdauen und auch hierzulande ist die Lactoseintoleranz ein weit verbreitetes Problem. Diese kann unter anderem zu Verdauungs- und Haut-Problemen sowie zu Kopfschmerzen und Atemwegserkrankungen führen. Das gute Calcium, das wir für unseren Körper brauchen, ist zwar in der Milch enthalten. Zu viel Milch kann jedoch den Körper übersäuern und dafür sorgen, dass Calcium sogar wieder herausgelöst wird. Den täglichen Bedarf kann man genau so gut über Gemüse oder sogar über calciumreiches Mineralwasser aufnehmen.
 
Die Behauptung, Milch würde vor Osteoporose schützen und die Knochen stärken, wurde tatsächlich nie bewiesen. Werbung und Industrie werden trotzdem nie müde, die angeblichen  Vorteile immer wieder zu betonen, um die Produkte besonders gut an den Mann und an die Frau zu bringen (und an die Kinder, wegen der guten Entwicklung und so). Zudem sind durch die ständige Schwangerschaft der Kuh Hormone  und Östrogene in unserer Milch enthalten, durch die bestimmte Krebsarten begünstigt werden können. Als wenn das alles noch nicht genug wäre, können natürlich auch noch Rückstände von Antibiotika vorhanden sein, mit denen die Kühe oft behandelt werden. Diese Rückstände führen in unserem Körper zu Resistenzen und können uns krank machen. Wenn wir dann nämlich mal Antibiotika brauchen, kann es durchaus sein, dass diese nicht mehr wirken.
 
DIE UMWELT
 
Nicht zuletzt leidet auch unsere Umwelt durch die extremen Ausmaße der Intensivtierhaltung. Laut WWF belastet eine einzige Kuh das Klima genau so stark wie ein PKW, der pro Jahr 18.000 km zurücklegt. Zu den Belastungen gehören nicht nur die CO2 Emissionen, sondern auch verunreinigtes Grundwasser (durch Gülle, in der Krankheitserreger und Antibiotikarückstände zu finden sind).
 
Denkt man noch einen Schritt weiter - in Ländern der dritten Welt wird der Regenwald abgeholzt und Soja angebaut, welches dann später an die Tiere in der Massentierhaltung verfüttert wird. Dies verursacht besonders vor Ort, wo massenhaft Menschen Hungersnot leiden und sterben, enorme Probleme. Allein diesen Fakt finde ich absolut pervers, denn er zeigt das gesamte Ausmaß, das weit über die europäischen Grenzen hinausgeht.
 
Eine interessante Infografik gibt es hier als Zusammenfassung
 
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Wer bis hierhin gelesen hat, wird sich nun fragen, ob es Alternativen gibt. Aber hallo! Die gibt es, jede Menge sogar! Die Vielfalt der Pflanzenmilch ist unglaublich groß, wie man in diesem Blog-Artikel sehen kann. Pflanzenmilch gibt es in jedem Bioladen und sogar schon im Supermarkt in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Warum nicht einfach mal eine Soja Vanille Milch oder eine Mandelmilch ausprobieren?
 
 

Nachfolgend habe ich für die Aktionswoche mal 7 leckere Alternativen für euch aufgelistet:

 
  1. Sojamilch -  hat einen besonderen Soja-Geschmack, der sich von Hersteller zu Hersteller stark unterscheidet und nicht jedermanns Sache ist. Wer es gern süß mag, kann zu Sorten wie Schoko, Banane und Vanille greifen, bei denen man wirklich kaum einen Unterschied schmeckt. Sojamilch eignet sich besonders gut für Latte Macchiato oder als Shake-Basis. Meine Favoriten sind die ungesüßten Sorten von Alpro und Provamel.
  2. Hafermilch -  Hafermilch finde ich sehr lecker, denn sie ist nicht nur kalt, sondern auch warm mit Matcha oder Kakao echt lecker. Am liebsten trinke ich die Hafermilch von OATLY.
  3. Mandelmilch -  ist einer meiner Favoriten unter den Pflanzenmilch-Sorten. Sie schmeckt leicht fettig und eignet sich daher perfekt als Milchersatz im Kaffee. Aber auch mit Matcha, Kakao oder kalt mit Eiswürfeln schmeckt sie großartig. Ich favorisiere da eindeutig die Milch von Provamel oder eine selbstgemachte Variante (hier zeigt Fitness-Profi Karl Ess dir wie sie gemacht wird)
  4. Haselnussmilch -  schmeckt sehr leicht und erinnert mich immer an Hanuta und ähnliche Süßigkeiten. Dem Kaffee verleiht sie eine leckere Note und ich kenne niemanden, dem diese Milch nicht schmeckt. Auch hier ist der Favorit wieder Provamel.
  5. Kokosmilch -  ist etwas ganz besonderes und eignet sich nicht nur zum pur trinken, sondern auch zum Kochen. Ein tolles Gericht mit Kokosmilch habe ich erst vor kurzem hier vorgestellt. Die Kokosmilch von der Rewe Eigenmarke und von Alnatura finde ich am besten. Eine Sorte, die ich wirklich immer Zuhause habe, ist die Reis-Kokos-Milch von Provamel, danach bin ich inzwischen süchtig :-).
  6. Reismilch -  diese ist leicht süßlich und schmeckt mir kalt am besten. Sie eignet sich ebenfalls im Kaffee oder im Matcha Latte sehr gut. Die ungesüßte Variante von Provamel liegt hier wieder vorn. 
  7. Dinkelmilch -  habe ich erst vor ein paar Tagen entdeckt, als ich sie in meinem Bioladen zum Probieren bekommen habe. Ich war echt begeistert, denn sie schmeckt frisch und süß und ist warm bestimmt auch sehr lecker. Bisher habe ich nur die Dinkelmilch von Natumi und Provamel probiert und fand sie beide sehr gut, letztere hat mir aber ein bisschen besser geschmeckt.



Nicht nur die reine Milch, auch Milchprodukte wie Frischkäse, Quark, Käse, Butter, Sahne oder Joghurt kann man vegan genießen. Als Einsteiger ist der Geschmack im ersten Moment vielleicht ungewohnt und es gibt von Hersteller von Hersteller ziemliche Unterschiede. Wenn man jedoch experimentierfreudig ist, findet man schnell seine Lieblinge, sodass man auf absolut gar nichts verzichten muss.

Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass man diese Ersatzprodukte irgendwann gar nicht mehr braucht (so geht es zumindest mir) - ich esse sie nur noch sehr selten. Außerdem sind manche dieser Produkte auch nährwerttechnisch nicht so optimal und deshalb auch nicht gerade gesund. Am besten schaut ihr euch in eurem örtlichen Supermarkt, Biomarkt oder Reformhaus einfach mal um und probiert ein paar Produkte aus. Bei Utopia habe ich eine schöne Galerie der 10 besten Milchersatzprodukte gefunden, die bei der Umstellung ganz praktisch sind.
 

 Weitere Infos zum Vertiefen der Milchproblematik findet ihr hier:
 
 

Was sind eure Lieblings- Pflanzenmilchsorten? Seit wann verzichtet ihr auf Milch?

 
Stay tuned and vegan,
 
 
Juliane

 
Bild- und Infoquellen: sagneinzumilch.de, PETA

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