Schlagzeile der Woche im Stern: "So ungesund sind vegane Lebensmittel"

Seit einigen Tagen kursiert eine tolle Meldung im Internet, die alle Veganer auf die Palme bringt und für Anti-Veganer mal wieder ein gefundenes Fressen ist, richtig schön gegen uns zu wettern. Sowohl der Stern als auch die Redaktionen vom Spiegel und N24 haben bereits darüber berichtet - Vegane Fertigprodukte sind ungesund! Surprise Surprise - das hätten wir ja nun überhaupt nicht vermutet! Was steckt dahinter?

 
Vegane fertige Lebensmittel enthalten viel zu viel Salz, Konservierungsstoffe und Fette - zu dieser Erkenntnis ist kürzlich die Verbraucherzentrale Hamburg gekommen, nachdem sie 20 vegane Produkte genauer unter die Lupe genommen hat. Erst einmal ist es schon ziemlich witzig, dass der Headliner den Eindruck erweckt, alle pflanzlichen Lebensmittel seien per se ungesund. Die Anti-Veganer-Front wird sich nun nach dem Motto "Siehste, sag ich doch" eins ins Fäustchen lachen und die Meldung erst gar nicht weiter lesen. Alle anderen werden bei dem Satz
"Veganer sollten wissen, dass es sich bei den speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Fertiglebensmitteln nicht um naturreine Produkte handelt"
wahrscheinlich seeeeehr überrascht sein. Zum Glück wurden wir nun aufgeklärt!
 
Jetzt mal ehrlich, was soll das? Es ist doch kein Geheimnis, dass man sich auch vegan ziemlich scheiße ernähren kann! Mal abgesehen davon, dass kein Veganer (den ich kenne) bergeweise Käse- und Wurst-Imitate isst, sind Fertigprodukte dafür bekannt, besonders viele Konservierungs- und Zusatzstoffe aufzuweisen - und natürlich ist das nicht gesund. Gerade bei solchen Lebensmitteln ist die Zutatenliste oft ziemlich undurchsichtig und lang, was nicht gerade für die jeweiligen Produkte spricht. Völlig außer Acht lässt man allerdings, dass dies nicht die Basis für die vegane Lebensweise darstellt!

 

Die Fakten...

 
# 1: Ich gebe der Hamburger Verbraucherzentrale in jedem Fall Recht, dass es so manche vegane Fertigprodukte gibt, die man meiden sollte.
 
# 2: Leider ist es so, dass einige Zusatzstoffe und Aromen einfach nicht deklariert werden müssen. Da unterscheidet sich die vegane Lebensmittelindustrie nicht von der herkömmlichen, denn auch hier gibt es Tricksereien mit "Light"- Produkten oder Etikettenschwindel. So läuft knallhartes Marketing, auch bei der Zielgruppe "Veganer", leider.
 
# 3: Schade, dass in diesem recht einseitigen Artikel nicht immer der Vergleich mit den herkömmlichen tierischen Produkten gezogen wird. Das wird nur bei den pflanzlichen Produkten getan, die im Vergleich schlechter abschneiden. Es ist mir bewusst, dass der vegane Käse dadurch nicht gesünder wird, aber man hat das Gefühl, dass genau das herausgepickt wird, was am besten in den Kram passt. 
 
# 4: Die Basis für die vegane Lebensweise bilden Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, Vollkornprodukte usw. und Nahrungsmittel wie Aufstriche können auch ganz einfach selbst gemacht werden. Kein Veganer ist also auf solche Fertigprodukte angewiesen.  
 
Alle Test-Ergebnisse könnt ihr hier auf der Seite der Hamburger Verbraucherzentrale nochmal nachlesen.
 
 

Fazit...

 
Selbstverständlich hat man auch als Veganer keinen Freifahrtschein, alles was als "pflanzlich" deklariert wurde, mit gutem Gewissen in sich hineinzuschaufeln. Bei den einzelnen Produkten gibt es große Unterschiede und man sollte die Zutatenliste schon genau studieren. Ich habe auch schon einige Fertigprodukte, wie veganen Käse, Wurst und Veggie Gyros, probiert und fand sie gar nicht so schlecht. Dennoch sollten diese Produkte eher selten auf dem Speiseplan stehen. Das gilt sowohl für Veganer als auch für Allesesser... wir sind also genau so normal wie andere ;-). Einen riesigen Vorteil haben die veganen Produkte dennoch: Sie sind frei von jeglichen tierischen Eiweißen und Fetten, die für unseren Körper ein Gesundheitsrisiko darstellen können!
 
 
Stay tuned and vegan,
 
 
Juliane
 
 

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