10 Einsteiger-Tipps für Neuveganer


Wer ins vegane Leben einsteigt, wird erstmal von allen Seiten mit Infos bombardiert. Am Anfang war auch ich ein bisschen überfordert mit all dem Input, den ich auf Webseiten und in Foren bekam. Deshalb habe ich heute mal 10 Tipps zusammengetragen, die euch beim Einstieg helfen sollen. Wenn ihr diese beherzigt, kann eigentlich fast nichts mehr schiefgehen ;-).


Zusätzlich zu den Tipps unten, kann ich die Ernährungspyramide von Peta empfehlen, denn diese zeigt ziemlich gut die Grundlagen der veganen Ernährung. Wenn du die verschiedenen Bereiche abdeckst, gibst du deinem Körper alle wichtigen Nährstoffe, die er benötigt.
 


So klappt es mit der Umstellung...



# Lass dich auf Neues ein!

Als angehender Veganer sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, dass die Alternativ-Produkte so schmecken wie das tierische Original. Du wirst neue Lebensmittel kennenlernen und dein Geschmackssinn wird sich nach einer gewissen Zeit total verändern. Lass dich darauf ein, denn das ist aufregend und du wirst es nicht bereuen!

# Hab Spaß am Kochen!

Für eine gesunde vegane Ernährung muss man den Kochlöffel schwingen, das sollte dir klar sein. Du verschonst die Tiere zwar auch, wenn du vegane Fertigprodukte kaufst, deiner Gesundheit ist das allerdings nicht unbedingt zuträglich. Das wissen wir nicht erst, seitdem uns der Stern aufgeklärt hat. Es gibt viele Gerichte, die man innerhalb weniger Minuten zubereiten kann, sodass du nicht ewig am Herd stehen musst.
 
# Nimm dir Zeit beim Einkaufen!

In vielen Lebensmitteln (zum Beispiel Brot oder Gummibärchen) sind tierische Bestandteile enthalten, obwohl wir es gar nicht vermuten würden. Deshalb solltest du die Verpackungen auch öfter mal umdrehen und auf die Inhaltsstoffe achten. Wem das zu anstrengend ist, sollte sich die Website Zutatencheck.de merken. In diese Datenbank kannst du unbekannte Inhaltsstoffe einfach eingeben und erfährst dann, ob sie für dich geeignet sind. Ich kann sie absolut empfehlen!
 
# Kauf dir vegane Kochbücher!

Es gibt nichts besseres für Einsteiger als praktische Anleitungen für leckere Gerichte. Das Angebot ist mittlerweile riesig und reicht von rohköstlicher Küche über Low Carb-Rezepte bis hin zu Büchern mit deftiger Hausmannskost. Ich kann insbesondere die Attila Hildmann Bestseller und die Kochbücher "Vegan Für Faule" sowie "So geht vegan" empfehlen. Eine Auflistung diverser Koch- und Backbücher findest du hier.
 
# Leg dir vernünftige Küchenutensilien zu!

Zu den absoluten Must Haves gehören scharfe Messer, Kochlöffel, hochwertige Pfannen/Töpfe, ein Pürierstab und eine gute Küchenwaage. Bei der Grundausstattung solltest du auf gute Qualität achten, ansonsten kaufst du zweimal. Weitere hilfreiche Küchenutensilien sind ein Standmixer, ein Spiralschneider, Sparschäler, Zwiebelschneider und vieles mehr. Das kannst du nach und nach kaufen, denn zu Anfang reichen erst einmal die Basics. Diese sind jedoch wichtig, weil du sonst kaum Spaß am Kochen haben wirst. Meine Must Haves findest du hier.
 
# Such dir vegane Kontakte!

Die Umstellung gelingt viel leichter, wenn du Leute kennst, die dich motivieren, inspirieren und dir helfen. Erste Anlaufstellen sind wahrscheinlich vegane Gruppen bei Facebook oder Internet-Foren wie grasbeisserforum.de. Dort findest du auch Gleichgesinnte in deiner Umgebung, mit denen du dich austauschen und treffen kannst. In vielen Orten gibt es auch Stammtische oder Organisationen und Vereine, die sich mit dem Thema befassen. Außerdem kann man auf veganen Festen und Veranstaltungen mit anderen Leuten in Kontakt kommen. Sei extrovertiert und trau dich, andere einfach anzusprechen.
 
# Bereite dich gut vor!
 
Wenn du viel unterwegs oder in der Uni/Schule/Arbeit bist, solltest du dir einen ordentlichen veganen Vorrat mitnehmen. Rein pflanzliche Gerichte sind in vielen Mensen, Bistros und Restaurants eher rar, sodass die Auswahl eingeschränkt ist. Wenn du vegan essen gehen willst, frag einfach mal vorher nach. Eine Kartoffel-Gemüse-Pfanne ohne Butter sollte wohl jeder Wirt hinkriegen.
 
# Du musst dich nicht rechtfertigen!

Wenn jemand interessiert nachfragt, kannst du alles preisgeben, was du möchtest. Allerdings kriegt man ziemlich schnell mit, ob der Gesprächspartner nur auf einen "Ha! Jetzt hab ich dich"-Moment wartet (bevorzugt tritt der ein, wenn man zugibt, dass Veganer auf Vitamin B12 achten sollten). Ich würde dann einfach nicht mehr weiterdiskutieren, da solche Leute eh eine festgefahrene Meinung haben und nicht über den Tellerrand schauen.
 
# Bewahre dir eine gute Portion Humor!
 
Wir wissen alle, dass Massentierhaltung scheiße und unser Fleischkonsum hoch ist - das aber vor Fleischessern immer wieder zu betonen, ist meiner Meinung nach keine gute Idee, denn dann wirkt man schnell missionarisch. Viel besser: Teile leckere Rezepte mit ihnen, lade zum veganen Grillfest ein oder bring mal selbstgemachte Schokolade mit. So erreichst du viel mehr! Die Aufklärungsarbeit kannst du später immer noch betreiben! Außerdem solltest du auch mal mitlachen und locker bleiben, wenn Veganer-Witze gemacht werden (und das wird vorkommen, glaub mir ;-)).

# Nobody´s perfect!
 
Niemand kann von Jetzt auf Gleich Vorbild-Veganer werden (will man das überhaupt?). Jeder muss sein eigenes Tempo finden und deshalb solltest du dir weder von Fleischessern noch von Veganern vorschreiben lassen, was am besten für dich ist. Wenn du erstmal Teilzeit-Veganer bist, ist das auch völlig in Ordnung. Jeder Schritt zählt!
 
 
Ich hoffe, dass euch diese Tipps ein wenig weiterhelfen und motivieren, es einfach mal auszuprobieren!

Was sind eure Ratschläge und Tipps?

 
Stay tuned and vegan,
 
 
Juliane

Kommentare

  1. Ich kenne diese blöden Kommentare alle und es nervt wirklich. Ich sehe gar nicht ein, warum ich mich für meine ressourcenschonende, gesunde Lebensweise rechtfertigen müsste. Wahrscheinlich versuchen die Omnivoren einem Fallstricke in der Argumentation zu legen, da sie selbst sich irgendwie schlecht, oder schuldig fühlen, oder das Gefühl haben, man würde sie in diese Ecke stellen wollen.
    Wie auch immer, für das B12 Argument gibt es eine einfache Erklärung. Vitamin B12 wird nicht von dem Tier hergestellt,das man isst, sondern von Mikroorganismen die auf Pflanzen leben, die das Tier frisst. Allerdings eben nur auf frischen Pflanzen wie Gras. Da in der heutigen Fleischproduktion kaum eines dieser armen Geshcöpfe jemals die Gelegenheit hat solche Nahrung zu sich zu nehmen, ist auch unter den Omnivoren B12 Mangel weit verbreitet. Zusätzlich dazu geht ein großer Teil des Vitamin B12 beim Erhitzen des Fleisches verloren. Auch Ominvoren sollten in der Regel ein Supplement zu sich nehmen. Siehe auch hier http://www.vitamin-b12-mangel.org/2013/02/warum-der-vitamin-b12-mangel-nicht-nur-veganer-betrifft/ oder hier http://www.vegetarismus.com/heft/2008-2/vitaminb12.htm oder hier http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1249655466

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  2. Danke Caroline! Wenn ich mit solchen Vorwürfen konfrontiert werde, sag ich meistens, dass der Markt der Nahrungsergänzungsmittel ja nicht erst durch Veganer entstanden ist. Viele Menschen ernähren sich einseitig und nur weil wir eine Gruppe von Lebensmitteln ausgeschlossen haben, heißt es nicht, dass wir grundsätzlich irgendwelche Defizite haben. Auf B12 sollte man achten, klar! Aber auch "Allesesser" sollten hin und wieder einen Bluttest machen, denn wer weiß schon genau, wenn er sich nicht damit befasst hat, welche Nährstoffe in bestimmten Lebensmitteln stecken?

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  3. Meine Urgroßmutter lebte nahezu ausschließlich von dem, was sie im eigenen Garten anbaute, und das war außer (wenigen) Hühnereiern rein pflanzlich. Dass sie 97 Jahre alt wurde, verdankt sie vermutlich guten Anlagen, aber vielleicht auch dem Umstand, dass sie es verbot, Gemüse, auch Karotten, zu schälen und zu waschen. Sie wurden nur abgestreift. Als Kind fand ich das furchtbar, Sand im Essen!, aber jetzt denke ich: Das ist die Gorilla-Diät. Die waschen und schälen ihr Essen auch nicht, haben Muskeln wie verrückt und ganz bestimmt keinen Vitamin-B-12-Mangel. (Und die entsprechenden Mikroorganismen sitzen in der Erde.)

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  4. Hi Patricia!

    Wow, 97 Jahre ist ein tolles Alter! "Gorilla-Diät" ist ein cooles Wort dafür, du hast vollkommen Recht. Wenn man Gemüse im eigenen Garten anbaut, ist das durchaus auch machbar. Ich beneide alle Leute, die den Platz, die Zeit, den grünen Daumen und die Leidenschaft dafür haben! Ansonsten wäre mir das Risiko zu hoch, wenn ich nicht weiß, wo das Gemüse herkommt.
    Ich denke, man sollte sich wegen des B12 nicht verrückt machen. Natürlich nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber 1-2 Mal im Jahr einen Test beim Hausarzt machen und dann gegebenfalls supplementieren. Das ist ja auch alles ganz unkompliziert.

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