"Was sagt eigentlich dein Freund dazu?"


Heute darf ich einen ganz besonderen Stargast in meinem Blog begrüßen: meinen Freund :-D. Nachdem bisher nur ich über meine Erfolge und Erfahrungen geredet habe, ist Stefan heute mal an der Reihe. Deswegen gibt es jetzt das ultimative und ehrliche Interview mit einem Veganer, der vorher passionierter Fleischesser war, sodass ihr das Ganze auch mal wie gewünscht aus der Sicht eines Mannes lesen könnt. Als Ergänzung habe ich auch gleich ein Vorher-Nachher-Bild angehängt.


Wie hast du auf den Vorschlag reagiert, Vegan For Fit durchzuziehen? Was hast du von der Idee gehalten?

 
Am Anfang war ich auf jeden Fall erstmal skeptisch, weil ich sehr gerne Fleisch zu allen Mahlzeiten gegessen habe. Außerdem waren wir ja echte Kochmuffel - und dann jeden Tag in der Küche zu stehen, hab ich mir nicht so leicht vorgestellt. Allerdings hatten wir beide ja auch ziemlich Übergewicht und es kann ja auch nie schaden, was Neues auszuprobieren. Von daher war ich ziemlich offen für den Vorschlag. Mehr als schief gehen konnte es ja nicht.
 

Was hat sich seitdem positiv verändert?

 
Ziemlich viel. Das Beste: Bisher hab ich 20 kg Gewicht verloren (wie man auf dem Bild sieht) und fühle mich dadurch wesentlich besser als vorher. Hosen und Hemden muss ich mir jetzt 2-3 Größen kleiner kaufen und ich trau mich auch, andere Klamotten anzuziehen als vorher. Auch wenn man viel gegessen hat, fühlt man sich jetzt trotzdem noch gut, was mit fettigem Fleisch vorher nicht so war. Ein weiterer Punkt ist der Sport: Ich spiele regelmäßig Badminton und war früher nach 2 Stunden total kaputt. Nach der Ernährungsumstellung könnte ich nun nach 2 Stunden erst loslegen :-). Das hängt natürlich auch mit der Gewichtsabnahme zusammen, aber man fühlt sich generell fitter. Dazu kommt noch ein viel angenehmerer Körpergeruch.
 
Unabhängig vom veganen Essen hat man auf jeden Fall auch ein Bewusstsein dafür bekommen, welche Lebensmittel eigentlich gut bzw. gesund sind und welche nicht. Man dreht jetzt eigentlich immer die Packung um und schaut, was drin ist. Das haben wir ja früher nie gemacht. Cool ist auch, dass Veganismus immer mehr zum Thema wird, sowohl auf Messen als auch im Supermarkt. Viele erfüllen auch vegane Sonderwünsche und fragen interessiert nach, zum Beispiel der Bäcker oder viele Restaurants.
 

Ist das Tierleid und die Massentierhaltung auch ein Grund für die Umstellung?

 
Ich finde es auch schrecklich, was man in Videos und Reportagen so sieht und auf jeden Fall gibt es oft Probleme bei der Tierhaltung. Dennoch wäre das nicht mein Hauptgrund gewesen.

 

Wie haben die Leute in deinem Umfeld darauf reagiert?

 
Naja, natürlich haben sie erstmal gelacht und mich nicht ernst genommen, immerhin war ich ja ein überzeugter Fleischesser. Viele meinten, ich halte das doch sowieso nicht lange aus. Inzwischen hat es aber echte Akzeptanz gefunden, denn sie sehen meine Erfolge ja und freuen sich natürlich auch mit mir. Seitdem fragen sie auch immer mehr nach und einige Kollegen wollen sogar auch vegan werden. Allerdings bin ich auch ziemlich locker und lache selbst auch mal über Veganer-Witze, man sollte nicht alles so ernst nehmen. So erreicht man viel mehr.
 

Was gefällt dir denn nicht?

 
Auch wenn schon viele Restaurants und Läden vegane Sachen anbieten, reicht das oft nicht. Vegane Snacks bekommt man eigentlich nur in Großstädten, ansonsten ist man immer drauf angewiesen, sich was mitzunehmen. Besonders im Außendienst, wenn man jeden Tag unterwegs ist, ist das echt nervig. So gibt's dann mittags zwischendurch auch nur mal ein trockenes Brötchen, was nicht so toll ist. Wenn man in ein Restaurant eingeladen wird oder man mit Freunden / Familie Essen geht, muss man sich auf jeden Fall vorher anmelden und nachfragen. Da geht viel Spontanität verloren. Außerdem ist bei vielen Leuten die Akzeptanz noch nicht da und wir werden gern mal als "Spinner" bezeichnet. Allerdings wird das immer weniger, wenn sie sehen, dass es was bringt.
 
 

Was würdest du jemandem sagen, der noch zweifelt, ob er seine Ernährung umstellen soll?

 
Also ehrlicherweise würde ich sagen, dass er erstmal vegetarisch essen soll. Dann ist die Umstellung nicht so groß und man kann sich einfacher rantasten, denn so einfach war es zeitweise echt nicht. Danach kann ich die vegane Ernährung aber absolut empfehlen! Wenn mich jemand danach fragt, sage ich immer "Iss einmal einen veganen Döner mit Seitan und du willst nie wieder was anderes".
 
 
 
 
Für mich persönlich ist es einfach super, dass Stefan auch mitmacht und solche Erfolge hat. So konnten wir uns immer wieder gegenseitig motivieren und neue Rezepte gemeinsam ausprobieren. Zu zweit macht doch eh alles viel mehr Spaß ;-)


Stay tuned and vegan,
 
Juliane
 
 
 
 
 

Kommentare

  1. Ich zolle euch beiden meinen größten Respekt!!!

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  2. Liebe Juliane, lieber Stefan, ihr müsst das hier lesen. Grandios und hilft auf jeden Fall beim nächsten Restaurant-Besuch ;-)
    http://www.plantbasedriot.com/home/how-to-eat-plants-at-a-steakhouse

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  3. Hey Tine! Vielen Dank für den tollen Link, der Beitrag ist wirklich super.. auch sehr cool geschrieben :-)

    Wird beim nächsten Mal getestet!

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  4. Wow, Respekt! Dein Freund kann echt stolz auf sich sein :) Mein Freund hat auch Übergewicht und war ein ziemlicher Fleischesser und hat jetzt (erst mal) auf vegetarisch umgestellt... zu vegan krieg ich ihn schon auch noch ;) bin gespannt, ob er damit dann auch solche Erfolge erzielen kann!

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  5. Die Aussage, dass man nach einem veganen Döner "nie wieder was anderes" will, kann ich nicht bestätigen. Gustatorisch, olfaktorisch, taktil und auch optisch war der Veggiedöner, den ich auf einer Messe probiert habe, absolut nicht mein Fall. Ich dachte mir: "Na ja, es kann ja jeder mal danebenhauen." und probierte einige Zeit später auf einem Straßenfest einen zweiten Veggiedöner. Der sah zwar geringfügig besser aus als der erste und roch auch etwas anders, war aber ebenso labberig wie der Vor-Döner und noch dazu geschmacklich der absolute Super-GAU. Die dritte und vierte Geschmackserfahrung entsprachen in etwa den beiden vorher gemachten und unterschieden sich nur im Grad der Ekligkeit und des miesen Geschmacks von den zuvor getesteten Probanden. Daher habe ich die Versuchsreihe nach dem vierten veganen Döner abgebrochen. Würde ich meine Entscheidung, vegan oder nichtvegan zu leben, von Seitandöner abhängig machen, dann käme mir wohl nie wieder ein veganes Gericht auf den Tisch.
    Gleiches gilt übrigens auch für vegane Würstchen, veganes Schnitzel oder ähnliche "Fakeprodukte". Geschmacklich meist grauenhaft zusammengestellt, versuchen diese Produkte dem Konsumenten etwas vorzugaukeln, was einfach nicht den Tatsachen entspricht: "Ach, ich esse ja Würstchen. Genauso wie früher." Dabei schmeckt das Zeug teilweise so widerlich, dass ich mich oft schon gefragt habe, ob Veganer eigentlich eine Hornhaut auf der Zunge haben, weil ihnen von den Herstellern ein solcher Fraß angeboten wird, den die Kunden dann auch noch kaufen! ;-)

    Was mich aber schon interessieren würde: Warum versuchen sich überhaupt Leute an veganem Ersatz? Warum gibt es im Internet zum Beispiel tatsächlich Rezepte für vegane Entenbrust? Oder für vegane Mettbrötchen? Warum belügen sich diese Menschen selbst und versuchen, sich und Anderen ein X für ein U vorzumachen?
    Fakt ist doch: Wenn jemand Tierhaltung oder zumindest Tierschlachtung aus ethischen Gründen ablehnt, warum möchte dieser Mensch dann den Anschein erwecken, er würde trotzdem noch Tiere essen? Gibt es nicht genug vegane Rezepte, denen man den rein-pflanzlichen Ursprung auch ansieht? Warum also diese Mogelpackungen? Vielleicht kannst Du mir diese Frage beantworten. Sie interessiert mich nämlich wirklich.

    Viele Grüße

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  6. Danke für deinen ausführlichen Kommentar.

    Die Sache mit dem Döner ist natürlich NICHT der ausschlaggebende Punkt dafür gewesen, aber ich denke das hast du schon verstanden ;-). Wir haben einen sehr leckeren Döner mit Seitan gegessen, der frisch und lecker zubereitet wurde (falls du mal einen richtig guten essen willst, fahr zum Loving Hut nach Hannover). Aber wie mit allem ist es natürlich Geschmackssache, keine Frage.

    Zuerst muss ich mal sagen, dass wir/ich selbst keine Fans von Fertigprodukten sind, denn für uns sollte vegane Ernährung auch natürlich und gesund sein. Wir kochen lieber selbst und essen nur im Ausnahmefall mal solche Würstchen usw. Da gibt es geschmacklich große Unterschiede, aber auch dabei haben wir ein paar sehr gute Produkte gefunden.

    Zu Ersatzprodukten und deren Formen:

    1. viele Leute sind nicht vegan geworden, weil das Fleisch nicht geschmeckt hat, sondern aus Tierschutzgründen. Darum hätte ich nichts dagegen, wenn mein veganes Mettbrötchen tatsächlich so schmecken würde wie ein normales Mettbrötchen - ohne dass dafür ein Tier sterben muss

    2. Formen wie Würstchen oder Schnitzel sind einfach praktisch, sollten Veganer sich nun auch noch andere Formen für ihr Essen ausdenken? ;-) Ich glaube, dass das auch gerade für Umsteiger ganz nett ist, "bekannte Produkte" wie Würstchen usw zu finden

    3. Ersatzprodukte wie eine Ente zu formen (gibt es zum Beispiel zu Weihnachten) find ich allerdings auch sehr lächerlich, kann ich auch nicht nachvollziehen.

    Ich weiß leider nicht, wie hoch der Anteil der Veganer ist, die sich häufig von diesen Ersatz- oder Fertigprodukten ernähren. In meinem Bekanntenkreis sind es nicht allzu viele. Die Grundlage bildet immer noch frisches Gemüse und Obst, Getreide, Hülsenfrüchte usw.

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  7. Danke für die nicht minder ausführliche Antwort. :-)

    Sollte ich in der Nähe von Hannover sein, werde ich es möglicherweise ausprobieren, aber die Causa "Veggiedöner" hat sich für mich an und für sich nach insgesamt vier Versuchen und ebenso vielen Enttäuschungen erledigt.
    Auch ich koche nahezu ausschließlich selbst, hole mir meine pflanzlichen Zutaten in den meisten Fällen direkt vom Wochenmarkt und die nichtpflanzlichen Sachen durchweg vom Bauern meines Vertrauens. Da weiß ich, wie die Tiere gehalten werden, ich bin über Hygiene- und Gesundheitszustände informiert und weiß, dass da kein Schindluder getrieben wird.

    Vielleicht bin ich durch diese Umstände einfach etwas verwöhnt, das gebe ich gern zu. Aber als ein vegetarisch essender Freund mir eine Art "Pepsi-Test" vorschlug, welche Wurst mir besser schmecken würde, - Fleisch vs. Tofu - habe ich mich gern darauf eingelassen. Also Augen zu und Mund auf. ;-)
    Ich will es kurz machen: Insgesamt 27 Versuche mit verschiedensten Probanden von Alberts und Alnatura über Lord of Tofu und Taifun bis hin zu Topas Veganwurst und Vantastic Foods endeten 27:0 für die jeweils fleischhaltige Variante. Ich habe keine vegane Wurst gefunden, die auch nur annähernd den Geschmack einer nichtveganen Wurst erreicht hätte. Und das betraf nicht nur Bratwürste sondern auch Teewurst, Aufschnitte usw. Meistens schmeckten die Ersatzprodukte überhaupt nicht, Und nur sehr wenige (zwei oder drei) waren für mich überhaupt als geschmacklich passabel zu bezeichnen. Über den Rest breite ich lieber den Mantel des Schweigens. Welche Produkte schmecken Dir/Euch denn zum Beispiel? Vielleicht haben mein Freund und ich die ja bei unserem groß angelegten Geschmackstest übersehen.

    Auf deine Antworten möchte ich auch noch eingehen.
    1. Ist verständlich. Aber tut es das auch tatsächlich? Wie oben schon erwähnt habe ich persönlich noch kein veganes Lebensmittel vorgesetzt bekommen, das dem Geschmack des "Originals" auch nur nahegekommen wäre.

    2. Warum sollte man sich andere Formen ausdenken? Es gibt sie doch längst. Salate kann man völlig vegan und optisch sehr ansprechend anrichten. Kartoffeln sind als Salz- oder Bratkartoffeln ebenso geschmacklich wie ästhetisch sehr angenehm. Wahrscheinlich gehen unsere Meinungen darüber auseinander, aber wenn ich aus Tierschutzgründen keine Bratwurst mehr essen will, dann möchte zumindest ich auch nichts essen, was mich an Bratwürste erinnert. Auf Schnitzel trifft das Gleiche zu. Und die unter 3 genannte Ente ist im Grunde nur die Steigerung desselben Symptoms. ;-)

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