Sportlich fit mit Pflanzenpower - ist das möglich?


Viele Menschen sind ja der felsenfesten Überzeugung, viel Fleisch zu brauchen, wenn sie hart arbeiten und häufig Sport machen. Meine Reaktion fällt dann immer gleich aus: "Gib mal "Patrik Baboumian" bei Google ein". Dann sind alle erstmal überrascht, denn im Jahr 2011 wurde dem Muskelprotz der Titel "Stärkster Mann Deutschlands" verliehen. Ausgerechnet einem Veganer. Wenn ihr jetzt noch nicht überzeugt seid, habe ich noch ein paar weitere Argumente, warum vegane Ernährung und Sport 1A zusammenpassen.

 
Als erstes sollte man dazu sagen, dass ich von einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung spreche. Am besten orientiert ihr euch an der veganen Ernährungspyramide von PETA, die euch hier zur Verfügung steht. Darüber hinaus haben Sportler, insbesondere Leistungs- und Ausdauersportler, einen erhöhten Bedarf an Kohlenhydraten und Proteinen. Aber auch Hobbyathleten können mit den richtigen Lebensmitteln ihre Leistungsfähigkeit steigern, denn mal wieder gilt das gute alte Sprichwort "Du bist, was du isst".
 

Die Kohlenhydrate

 
Kohlenhydrate sind der Hauptbrennstoff für unseren Körper und deshalb beim Sport besonders wichtig. Ohne Kohlenhydrate können wir einfach nicht leistungsfähig sein, denn sie liefern Energie und sind, im Gegensatz zu Fetten, für den Körper relativ schnell verwertbar. Dies gilt insbesondere für komplexe Kohlenhydrate, die zusätzlich noch Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Als Veganer kann man diesen Bedarf durch Vollkornprodukte (Vollkorn-Brot, -Nudeln, -Reis) sowie Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse abdecken. Leere Kohlenhydrate, wie Weißmehlprodukte oder raffinierter Zucker, sollten eher vermieden werden, da sie nur für kurze Zeit Energie liefern und die Gesundheit negativ beeinflussen können.
 

Die Proteine

 
Proteine spielen für den Aufbau, Erhalt und die Reparatur unserer Muskeln eine große Rolle. Besonders wichtig sind dabei die neun essenziellen Aminosäuren, die unser Körper aus pflanzlichen Produkten wie Getreide, Hülsenfrüchten, Gemüse, Soja oder Seitan beziehen kann. Was viele gar nicht wissen: Kicherbsen zum Beispiel enthalten bis zu 20 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm und stehen somit dem beliebten Geflügel-Fleisch in nichts nach. Pflanzliche Proteinquellen eignen sich für Sportler sehr gut, weil sie 1. leicht verdaulich sind und nicht schwer im Magen liegen und 2. unseren Körper zusätzlich mit Ballaststoffen und Antioxidantien versorgen. Für unterwegs gibt es mittlerweile auch vegane Proteinriegel und Sojapulver-Shakes, die man neben einer ausgewogenen Ernährung zu sich nehmen kann.
 

Meine eigenen Erfahrungen...

 
Die besten Studien und Erklärungen sind nichts gegen das eigene Körpergefühl. Ich möchte mich nicht als Leistungssportlerin bezeichnen, aber ich spüre seit der Ernährungsumstellung einen deutlichen Unterschied in Puncto Fitness. Ich fühle mich generell leichter und fitter, habe viel mehr Ausdauer und bin nach dem Sport nicht so k.o. wie früher. Mein Freund berichtet das Gleiche. Er spielt seit 3 Jahren Badminton und ist heute besser und ausdauernder als je zuvor.
 

Fazit

 
Die Vorteile liegen klar auf der Hand und so stiegen in der letzten Zeit immer mehr erfolgreiche Sportler und Sportlerinnen auf eine pflanzliche Ernährung um: Bodybuilder Alexander Dargatz, Strongman 2011 Patrik Baboumian und Triathlet Brendan Brazier sind nur einige Beispiele. Boxlegende Mike Tyson hat diesen Lebenswandel erst nach seiner Karriere, im Jahr 2012, für sich entdeckt ;-). Es spricht also absolut nichts dagegen, sich auch als ambitionierter Sportler komplett vegan zu ernähren. Der hohe Anteil an komplexen Kohlenhydraten, Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen liefert dafür die nötige Power.
 
Wer weitere Infos zur sportgerechten veganen Ernährung sucht, sollte mal einen Blick in das Buch "Vegan Power Guide" von Elias Iyitanir werfen, das mir kürzlich von einem Bekannten empfohlen wurde. Dort gibt es nicht nur Tipps zum richtigen Training, sondern auch Menüpläne und Ernährungsbeispiele für Anfänger. Seid ihr auch Sportler und ernährt euch vegan? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
 
Stay tuned and vegan,
 
Juliane
 

Fotos: PETA

Kommentare

  1. Du weißt aber schon, dass Patrik Baboumian erst im Jahre 2011 - also in dem gleichen Jahr, in dem er "Stärkster Mann Deutschlands" wurde - zum Veganismus kam, oder? ;-) Wenn man als Kraftsportler seine Kraft jahrelang mit Tierprodukten pusht, sackt die natürlich nicht sofort wieder ab, wenn man plötzlich auf vegane Ernährung umschwenkt. Es wäre mal interessant, einen veganen Sportler zu sehen, der es tatsächlich völlig ohne Tierprodukte bis an die Spitze schafft. Aber ob das je geschieht...?

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  2. Aber auch zu seinen Vegetarier-Zeiten 2010/2011 hat er wenig tierische Produkte konsumiert. Das hat er mal in einem Interview gesagt. Außerdem holte er (und holt immer noch) auch nach 2011 einige Titel (Weltmeister im Front Hold 20kg zum Beispiel), was deutlich zeigt, dass man auch als Veganer super fit sein und vor allem Muskeln aufbauen/halten kann. Darum ging es eigentlich im Artikel.

    Zudem gibts jede Menge andere Sportler, die mit veganer Ernährung erfolgreich sind. Brendan Brazier (3maliger Hawaii Ironman Sieger), Rich Roll (Ultratriathlet) und viele andere. Außerdem kenne ich viele Leute persönlich, die mit dieser Ernährungsform fitter und beim Sport leistungsstärker geworden sind. Und Muskeln haben die auch ;-)

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  3. Lassen wir die Kirche im Dorf: Ich habe ja nicht gesagt, dass man als Veganer nicht fit sein kann. Aber soweit ich informiert bin, hat Patrik während seiner Vegetarierzeit durchaus Tierprodukte konsumiert. (Proteindrinks usw.) Und auch während seiner Veganerzeit wurde er laut eigener Aussage immer mal wieder schwach und hat Pausen vom Vegansein gemacht. Vielleicht sehe ich das ja auch zu konservativ. Aber über 15 Jahre hinweg unvegan Kraftsport zu betreiben, nur um dann drei Jahre mit veganer Ernährung seine Kraft zu halten - der Weltrrekord im Front Hold 20 kg war nämlich laut Wikipedia auch schon 2012 - beeindruckt mich persönlich jetzt nicht so sehr, sorry. ;-)
    Der vegane Kraftsportler Michael Griesmeier hat auf seinem Facebookaccount die aus veganer Sicht wohl wenig schmeichelhafte Aussage getätigt, dass in der Veganerszene und in der Öffentlichkeit - Zitat: "z.b.mit Sportlern wie Griesmeier, Babouhmian und was weiß ich was wem für vegane Muskelmasse und Kraft geworben" wird, dabei würde - Zitat; "aber außer Acht gelassen das wir mit Fleisch so stark wurden." -Zitat Ende. (Rechtschreibfehler sind so aus dem Originalzitat übernommen worden.)

    Nochmal: Ich bestreite nicht, dass man sich vegan ernähren und fit bleiben/werden kann. Wenn man vorher der absolute Fastfood-Klops gewesen ist, dann mag es da durchaus Fälle von einer deutlichen Verbesserung im Gesundheitsbild geben. Aber dass es jemand schafft, völlig ohne tierische Produkte in die Weltspitze des Kraftsports oder auch anderer Sportarten aufzusteigen, halte ich für Illusion. Da machen sicher auch Brendan Brazier und Rich Roll keine Ausnahme. Wenn du anders lautende Informationen hast, wäre es schön, die Quellen dafür genannt zu bekommen.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende nach Lüneburg.
    (Hier regnet's.)

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