Ist die vegane Ernährung alltagstauglich?



Das ist wohl eine Frage, die viele Neuveganer und solche, die es werden wollen, beschäftigt. Schließlich liest man auf diversen Plattformen im Internet, dass diese Ernährungsweise nicht nur teuer ist, sondern auch unheimlich kompliziert. Das vegane Angebot sei rar und spontan mit Freunden Essen gehen ist auch Geschichte. Aber ist das wirklich so? Ich sage ganz klar: Nö!


Das vegane Angebot...

 
Beim Einkaufen:
 
Veganer haben meiner Meinung nach keinerlei Probleme, geeignete Lebensmittel und Zutaten für diverse Rezepte zu finden. Obst und Gemüse, die die Grundlage für die meisten veganen Gerichte bilden, gibt es in jedem Supermarkt en masse. Zudem haben Rewe, Edeka, Kaufland und Co. mit Pflanzenmilch, Fleischersatzprodukten, Sojajoghurt und veganen Aufstrichen ihr pflanzliches Sortiment erweitert. Dort findet man also schon viele Basics für den täglichen Bedarf. Außerdem bin ich ein echter Fan von Bioläden und Reformhäusern geworden, die es mittlerweile in jeder größeren Stadt gibt. Diese bieten dann speziellere Produkte an, zum Beispiel Nussmuse, vegane Wurst, Käse-Ersatzprodukte sowie verschiedene Getreide- und Mehlsorten. Als letzte Alternative steht euch auch noch das Internet zur Verfügung! Auf diesem Wege könnt ihr euch rein pflanzliche Produkte bis an die Haustür liefern lassen.
 
Unterwegs:
 
Auch wenn ich überzeugte Veganerin bin, muss ich ehrlich sagen, dass es im letzten halben Jahr nicht immer ganz einfach war. Mein Freund arbeitet im Außendienst und ist daher viel unterwegs. Wenn seine Kollegen ihn zur Mittagspause zum Imbiss einladen, gibt es für ihn nicht allzu viel Auswahl: entweder isst er Pommes, Salat oder Brötchen. Auch wenn man einen Ausflug plant, muss man sich vorher informieren, wo man denn später essen kann. Dadurch lernt man zwar auch immer wieder coole Locations kennen, manchmal ist es aber auch mühsam und "unflexibel". Unsere Lösung dafür: Selbst kochen (am besten gleich für mehrere Tage) und sich die Leckereien einfach mitnehmen. Im Auto, in der Uni oder im Büro ist das überhaupt kein Problem! 
 
Im Restaurant:
 
Wie sagt Attila Hildmann im "Vegan For Fit" so schön: "Da draußen hast du echt die Arschkarte, wenn du vegan essen willst". Und damit hat er Recht, zumindest teilweise. Es gibt nämlich drei Arten von Restaurants:  1. solche, die eh nur veganes Essen anbieten (sind uns die liebsten ;-)), 2.  solche, die auf Anfragen sehr gern etwas Veganes auf Extrawunsch kochen und 3. solche, die von veganer Ernährung scheinbar noch nie etwas gehört haben und uns anschauen, als kämen wir vom Mars. Letztere gibt es leider häufiger als man denkt. Dennoch haben wir die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, vorher mal anzurufen und nachzufragen. So bekommt man nicht nur sein Lieblingsgericht, man steigert auch die Nachfrage, sodass einige Wirte vielleicht mal darüber nachdenken, solche Sachen standardmäßig auf die Karte zu setzen. Sehr zu empfehlen sind auch asiatische Restaurants, denn dort gibt´s sehr oft Vegetarisches/Veganes auf dem Speiseplan. Im Endeffekt kann man also sagen: Informieren ist alles! Bei PETA findest du eine coole Auflistung  veganer Restaurants in deiner Nähe.
 
 

Ist die vegane Ernährung teuer?

 

Das kommt natürlich als allererstes drauf an, wie man vorher eingekauft und gegessen hat. War man ein Freund von TK-Gerichten und Billigfleisch vom Discounter, würde das vegane Leben wohl jedes Budget sprengen. Ansonsten kann ich die Vorurteile absolut widerlegen, denn man kann problemlos auch mit einem schmalen Geldbeutel supertolle vollwertige Gerichte zaubern (Vollkornnudeln mit Tomatensoße, Ofenpaprika, Currys, Gemüsepfannen, Reisgerichte - um nur ein paar Beispiele zu nennen). Während der Vegan For Fit Challenge haben wir pro Monat knapp 20-25 Euro mehr als sonst für Lebensmittel ausgegeben. "Schuld" daran waren jedoch hochwertige Zutaten wie Quinoa, Mandelmus oder Amaranth, die zwar super empfehlenswert, für eine vegane Ernährung aber nicht zwingend notwendig sind. Man kann also sagen: es ist sowohl die Luxus- als auch die Low Budget-Variante möglich und die Ernährungsumstellung ist nicht per se teurer.
 

Fazit

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist das Ganze eigentlich weder schwer noch teuer. Spaß am Kochen und eine gute Organisation sind dabei die halbe Miete und gute Voraussetzungen, auch mit Disziplin dabei zu bleiben. Auswärts Essen gehen ist teilweise ein Abenteuer, das muss man zugeben... aber ohne Abenteuer wäre das Leben doch auch langweilig, oder? ;-). Auf jeden Fall solltet ihr immer wieder nachfragen, denn nur so kann das Angebot auch erweitert und der letzte Zweifel beseitigt werden!
 

Stay tuned and vegan,

Juliane
 

Foto: PETA
 
 
 
 
 
 
 

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